Orthopädie und Unfallchirurgie

Fachärzte der Orthopädie befassen sich mit der Vorbeugung, der operativen und nichtoperativen Behandlung, der Wiederherstellung sowie der Nachsorge von fehlerhaften Formen oder Funktionen von Knochen, Muskeln oder Gliedern.

Ärzte der Unfallchirurgie befassen sich dagegen mit der Vorbeugung, der operativen und nichtoperativen Behandlung, der Wiederherstellung sowie der Nachsorge von Verletzungen und deren Folgezuständen. Die Aufgabenbereiche beider Fachrichtungen überschneiden sich regelmäßig. So werden z. B. Luxationen, Bänder- und Sehnenrisse von Ärzten beider Fachrichtungen behandelt.

Prozente und Quoten

Im Jahr 2015 konnten unter den 4.695 Behandlungsfehlervorwürfen, die im Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie hervorgebracht wurden, 1.328 Behandlungsfehler ermittelt werden. Dies entspricht einer Fehlerquote von 28,3%. Obwohl es Fachgebiete gibt, in denen die Fehlerquote weit höher liegt (z. B. beträgt die Fehlerquote in der Zahnmedizin 41%), sind im Vergleich zur Gesamtanzahl der festgestellten Behandlungsfehler (4.046) die meisten Fehler im Bereich der Orthopädie und Unfallchirurgie gefunden worden – was 32% der festgestellten Behandlungsfehler sind.

Beispielhafte Übersicht von Fehlerquoten in Orthopädie und Unfallchirurgie

 

In der Tabelle sind Fehlerquoten zu verschiedenen Behandlungsanlässen aufgeführt, die sich aus dem Verhältnis der Anzahl des jeweiligen Behandlungsanlasses insgesamt und der Anzahl der zu diesem Anlass festgestellten Behandlungsfehler ergeben. Beispiel: Bei 128 Fällen der insgesamt 531 Fälle, in denen ein Hüftgelenksverschleiß behandelt wurde, wurde das Vorhandensein ärztlichen Fehlverhaltens festgestellt. Das entspricht einer Fehlerquote von 24,1%.

Bezeichnung

Fälle

Festgestellte Fehler

Fehlerquote

Kniegelenksverschleiß

580

130

22,4%

Hüftgelenksverschleiß

531

128

24,1%

Oberschenkelbruch

326

109

33,4%

Unterschenkelbruch

238

81

34,0%

Unterarmbruch

211

68

32,2%

Sonstige Bandscheibenschäden

248

62

25,0%

Bruch im Bereich der Schulter/ des Oberarmes

203

65

32,0%

Rückenschmerzen

218

92

42,2%

Quelle: Jahresstatistik 2015 der MDK-Gemeinschaft

Aktuelle Urteile aus dem Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie

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    Klärt ein Arzt seinen Patienten nicht ausreichend darüber auf, dass nach einer Versteifungsoperation des Sprunggelenks (Arthrodese) eine Pseudoarthrose auftreten kann, und verwirklicht sich das Behandlungsrisiko bei dem Patienten, kann ein Schmerzensgeld i. H. v. 6.000,00 € angemessen sein....

  • OLG Nürnberg: Ausführliche Risikoaufklärung vor Hüft-OP notwendig

    Ärztliche Heileingriffe bedürfen, um rechtmäßig zu sein, grundsätzlich der Einwilligung des Patienten. Damit das Selbstbestimmungsrecht des Patienten und somit sein Recht auf körperliche Unversehrtheit gewahrt bleibt, muss er vor jeder Behandlung ausführlicher über den Verlauf, die Erfolgschancen, mögliche Risiken und Behandlungsalternativen aufgeklärt werden....

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    Eine Behandlungsfehler-Schadensersatz-Tabelle, aus der hervorgeht, in welchem Fall Sie wie viel Schadensersatz erhalten können, gibt es in dieser Form nicht. Denn Ihr Anspruch auf Schadensersatz richtet sich danach, wie hoch die Ihnen entstandenen finanziellen Schäden tatsächlich sind. ...

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    Neben den Diagnose- und Operationsfehlern ist die Missachtung von Hygienestandards eine weitere Gruppe der Behandlungsfehler. Auch hier gilt unverändert: wer Opfer eines Behandlungsfehlers wird, hat ein Recht auf Entschädigung und kann seinen Arzt auf Schmerzensgeld und/oder Schadensersatz verklagen.Im Folgenden lesen Sie, in welchem Fall eine solcher Behandlungsfehler vorliegt und wann die Möglichkeit besteht Schadensersatz bzw. Schmerzensgeld vom Krankenhaus zu fordern....

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